Wadim
PRESSE

"Respektvoll, einfühlsam und ohne jede Distanz bilden die beiden Regisseure das Leben eines Jungen nach, der nach seiner Abschiebung kein Zuhause mehr findet und zum Getriebenen wird. (...) Carsten Rau und Hauke Wendler erzählen ihren Film mit großer Intensität und viel Gefühl für Stimmungen und Atmosphäre. Durch Privatvideos der Familie, Interviews mit Lehrern von Wadim oder Gesprächen mit dem Rechtsanwalt der Eltern spüren die Regisseure dem Geschehen nach. Die schonungslose Offenheit, mit der beispielsweise Wadims Eltern vor der Kamera sprechen, ist dabei mitunter fast erschreckend."
Kathrin Streckenbach, dpa

"Gefällig wirkt der Dokumentarfilm 'WADIM' von Carsten Rau und Hauke Wendler nicht. Sondern rissig und spröde wie Lack, der von unserem Sozialstaat abblättert. (...) Die Autoren haben einen Indizienprozess gegen den Staat und seinen Behördenapparat geführt. Ihre Beweismittel sind Briefe, Protokolle, Erklärungen und die Aussagen von Anwälten, Freunden, Lehrern und Sozialarbeitern. (...) Am Ende sind unser Staat und sein Behördenapparat eindeutig der Unmenschlichkeit überführt."
Fritz Pleitgen in der FAZ

"Zwei Wochen nach Wadims Selbstmord hat sich der Anwalt der Familie, Markus Prottung, an die Filmemacher Carsten Rau und Hauke Wendler gewandt, die bereits mehrere teils preisgekrönte Dokumentationen und Reportagen zum Thema Migration realisiert hatten. Doch keiner dieser Filme hatte die Tragik, die diese Geschichte ausmacht."
Ulrike Mau, Welt am Sonntag

"'Wir wussten zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, dass es private Aufnahmen gibt, die wir für den Film verwenden können', sagt Wendler. 'Aber uns war nach dem Gespräch mit den Eltern klar, dass wir den Film machen müssen.' Diese Dringlichkeit teilt sich mit. Die Kamera begleitet die Eltern dabei, wie sie an der Stelle, an der sich der Sohn vor den Zug geworfen hat, ein blaues Holzkreuz aufstellen. Es ist quälend, ihre Verzweiflung mit ansehen zu müssen, doch der Film bleibt nicht bei dieser Quälerei stehen. Denn die Geschichte des Freitods, die 'WADIM' erzählt, ist auch eine Geschichte über das Zusammenwachsen Europas nach dem Ende des Ostblocks (...) Herausragende TV-Doku."
Christoph Twickel, Spiegel Online

"Carsten Rau und Hauke Wendler haben sich in ihrem Dokumentarfilm 'WADIM' auf Spurensuche begeben. Stück für Stück setzen sie das Mosaik eines viel zu kurzen Lebens zusammen. (…) Es ist das Bild eines Jungen, der an den Demütigungen des Alltags zerbrochen ist. (…) Der Film rückt in den Fokus, was sonst oft von der Bildfläche verschwindet. Er ist ein bewegendes Lehrstück über Asyl und Ausländerpolitik, Heimat und Isolation."
Karolin Jacquemain, Hamburger Abendblatt

"Die Hamburger Journalisten Hauke Wendler und Carsten Rau erzählen diese Geschichte in einem nüchternen Stil und mit ruhigen Bildern. (…) Diese Doku ist wie ein Faustschlag."
Sven Sakowitz, taz

"Der Dokumentarfilm 'WADIM' mutet dem Zuschauer viel zu. (...) Er erzählt Ungeheuerlichkeiten mit einer audio-visuellen Eindringlichkeit und gleichzeitig so ruhig, dass es den Zuschauer unruhig macht. (...) 'WADIM' hinterfragt – ohne anzuklagen oder dies direkt zu verbalisieren – das menschenunwürdige Vorgehen und den steifen Apparat der Behörden und zeigt auf, was all das mit einem Menschen macht. Der Film stellt dar, zeichnet nach, belegt. Dies tut er nüchtern – nicht reißerisch. (...) Diesen Film vergisst man nicht so schnell. Auch weil er zeigt: Heimat ist mehr als ein Aktenzeichen."
Juryentscheidung zur Vergabe des Katholischen Medienpreises (Auszug)

"Carsten Rau und Hauke Wendler haben sich nicht von Gefühlen hinreißen lassen, sie sind auf Distanz geblieben. Sie haben sich einer eigenen Wertung enthalten und allein Zeugen sprechen lassen. Trotzdem oder deshalb ist ihnen ein Film gelungen, der mich bewegt hat wie kaum eine andere Fernsehsendung. (...) Ein journalistisches Meisterwerk!"
Fritz Pleitgen in seiner Laudatio zur Vergabe des Katholischen Medienpreises

"Der Dokumentarfilm zeigt, wie Papier tötet. (...) Bilder, die keinen Kommentar brauchen. Ihre Präzision und nüchterne Schönheit überzeugten die Jury, denn sie sagen alles über misslungene Ausländerpolitik. Betroffenheitskitsch mag da gar nicht aufkommen. Die Behörden sind kalt und menschenfeindlich, aber die Autoren lassen sich in keiner Szene zur Skandalisierung hinreißen. (...) Einen hochpolitischen Heimatfilm haben Carsten Rau und Hauke Wendler geschaffen. (...) Eine erstklassige Aufarbeitung von ungeheurer Wucht."
Sonia Seymour Mikich in ihrer Laudatio zur Vergabe des Otto-Brenner-Preises

"In ihrer bewegenden Dokumentation 'WADIM' zeichnen Carsten Rau und Hauke Wendler das Schicksal des Jungen und seiner Familie nach, stellen aber auch weiterreichende Fragen – etwa danach, ob es eigentlich moralisch vertretbar ist, wenn Behörden einem Menschen sein gewohntes und geliebtes Lebensumfeld entziehen."
Holger True, Hamburger Abendblatt

"Ein erschütternder und absolut nachdenklich stimmender Film von Carsten Rau und Hauke Wendler (mit 'Abgetaucht - Illegal in Deutschland' zum 43. Grimme-Preis 2007 nominiert)."
Grimme-Institut, Marl

"Wendler und Rau verzichten auf einen Erzähler aus dem Off und lassen stattdessen Eltern, Freunde und Weggefährten sowie zahlreiche Familienvideos und -fotos sprechen. So kommen sie Wadim bemerkenswert nahe, während sie stets respektvolle Distanz wahren und nie nach Sensationen heischen."
Constantin Binder, Neue Osnabrücker Zeitung

"Der Dokumentarfilm zeichnet Wadims Lebensgeschichte (...) nach und stellt die Integrationsdebatte in ein anderes Licht."
Haus des Dokumentarfilms, Stuttgart

"'WADIM' dokumentiert unaufgeregt 13 Jahre im Leben eines Flüchtlings mitten in Europa, für den Deutschland zum Albtraum wird."
Paul-Josef Raue, Thüringer Allgemeine

"Leise, nüchtern und bedächtig gibt sich dieser Dokumentarfilm, der gerade darum so sehr berührt und aufrüttelt. (...) Es ist das Gefühl von Vergeblichkeit, Leere und Sinnlosigkeit, das sich breit macht, wenn all diese Menschen zurückblicken auf Wadims Leben, das so hoffnungsvoll begonnen hat und so tragisch endete."
Institut für kritische Transkulturalitätsforschung

"Das erschütternde Dokument eines von der Bürokratie Getriebenen, (...) stellvertretend für das Schicksal 90.000 weiterer als 'geduldet' in Deutschland lebender Menschen."
Wilfried Geldner, Weser Kurier

"Aufsehenerregende Dokumentation."
Michael Hanfeld, FAZ

"Ein wirklich bemerkenswerter Dokumentarfilm."
Julia Westlake, NDR Kulturjournal

"Atmosphärisch dichter NDR-Film über das traurige Schicksal eines jungen Flüchtlings."
Kieler Nachrichten

"Sehenswerter Dokumentarfilm über einen jungen Letten, der die Trennung von seiner Familie nicht ertrug."
Lübecker Nachrichten

"Anrührender Film."
Stuttgarter Zeitung

"Bewegender Dokumentarfilm."
Bild.de

"Doku über ein - leider nicht untypisches - Asylbewerberschicksal. (...) Subtil erschütternd: ein stummer Aufschrei."
TV Spielfilm

"Dem Film gelingt es, die persönliche Geschichte hinter den politischen Schlagzeilen zu beleuchten, das menschliche Element der Flüchtlingskrise, und sie damit umso realer zu machen."
Rak Razam, ScreenZone

"Das Ergebnis ist ein ebenso sensibles wie erschütterndes Dokument darüber, wie eine Familie mit zwei Kindern über den Zeitraum von fast 20 Jahren durch unmenschliche, staatliche Gesetze systematisch zerstört, ihr ein normales Leben vorenthalten wird."
Bernd Reinhardt, World Socialist Web Site

"Eine der traurigsten wahren Geschichten und zugleich einer der besterzählten Dokumentarfilme, die ich je gesehen habe."
Contemporary Web-Crap

"Ein sehr bewegender Dokumentarfilm von Carsten Rau und Hauke Wendler, der die Ungerechtigkeit und Integrationsprobleme in Europa hervorhebt."
Marie Winzek, zitty Berlin

"Während des Films über den Asylbewerber Wadim (...) hätte man die Nadel gehört, wäre sie zu Boden gefallen. Die bedrückte Stille hält bis nach dem Abspann an. Die unglaubliche Geschichte über Wadim, der in seiner Verzweiflung keinen Ausweg als den Selbstmord weiß, lässt keine andere Reaktion zu."
Hannes Helferich, Main Post

"Von Hamburg in den Tod getrieben – Der Dokumentarfilm 'WADIM', der gestern im Studio-Kino lief, erzählt die Geschichte eines Staatenlosen, der lieber sterben wollte, als Hamburg und seine Familie zu verlassen."
Sandra Schäfer, Hamburger Morgenpost

"Die Autoren halten sich mit wohlfeilen Betroffenheitsbekundungen oder plakativen Schuldzuweisungen gänzlich zurück, sie verzichten auf jeden Off-Kommentar. Stattdessen rekonstruierten sie bei aller erkennbaren Empathie nüchtern Wadims Weg in die tödliche Katastrophe. (...) Im Grunde war dies ein Beitrag, der zur Primetime-Sendezeit im Ersten hätte gezeigt werden müssen, ein Beitrag, der evident machte, wo die wahren Qualitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks liegen."
Reinhard Lüke, Funk Korrespondenz

"Greenpeace-Magazin: Ist Deutschland verantwortlich für Wadims Tod? - Hauke Wendler: Es gibt Menschen, die seit mehr als 20 Jahren in Deutschland nur geduldet werden. Der Gesetzgeber, der an dieser Praxis festhält, akzeptiert, dass die Menschen daran psychisch zugrunde gehen."
Interview, Kurt Stukenburg, Greenpeace Magazin

"taz: Besonders auffällig an dem Film ist, dass sich die Sozialarbeiter, Lehrer, Arbeitgeber alle an Wadim erinnern – Mieczyslaw Mazurkiewicz (gesetzlicher Betreuer der Familie): Wadim hatte eine sehr positive Ausstrahlung. Er hatte Lebenskraft, strotzte vor Energie, war jung und probierte sich aus (...) Nur hat man ihm diese schönsten Jahre, diese Jahre der Unbekümmertheit einfach weggenommen. (...) Man hat ihn zu einem Menschen zweiter Klasse gemacht."
Interview, Knut Henkel, taz

"Im Abspann läuft ein Kommentar des Bruders, der den Film unterstützt hat, aber nicht darin auftreten wollte. Er wendet sich mit seinen Worten an die Regisseure, trifft jedoch den Zuschauer im Innersten: 'Sie werden mit Ihrem Film keine Gesetze ändern oder die radikale Ausländerpolitik in Hamburg. Sie werden für einen Moment Mitleid auslösen, bis die Menschen wieder an sich selber denken'.“
Ulrike Mau, Berliner Morgenpost

"Szene Hamburg: Welche Hoffnung verbinden Sie selbst mit dieser Arbeit? - Hauke Wendler: Natürlich kann ein Film allein die Situation nicht verändern, aber als Teil einer öffentlichen Diskussion kann er etwas dazu beitragen. Die Politik hat es viel zu lange versäumt, diesen Diskurs anzustoßen. Schon in den 80er Jahren gab es Studien, die Deutschland als Einwanderungsland sahen. Das hat man damals in den Wind geschlagen. An Wadims Schicksal sieht man, wie notwendig es aber ist, sich damit zu befassen."
Interview, Jörg Schöning, Szene Hamburg

"Es ist vor allem das Bild der Eltern in ihrem Wohnzimmer, das von dem Film im Gedächtnis bleibt: Wochen nach der Beerdigung sitzen die beiden fassungslos mehrere Meter voneinander getrennt und schweigen. Der Vater sieht zum Fenster hinaus, die Mutter wiegt sich in einem Sessel langsam vor und zurück. 'In einem seiner letzten Telefonate hat er zu mir gesagt: Mama, es wäre doch so schön, wenn wir alle vier zusammen in Hamburg leben könnten', sagt sie schließlich. 'Ich habe gesagt: Junge, ich wünsche mir das so sehr. Ich wünsche mir nichts anderes'."
Kathrin Streckenbach, Mitteldeutsche Zeitung

"Eine der herausragenden deutschen Produktionen in diesem Jahr."
Deutsche Botschaft, Kanada (anlässlich des Filmfestivals Hot Docs in Toronto)

"Diese erschütternde, einfühlsame Geschichte ist die kraftvolle Kritik einer internationalen Migrationspolitik, die Menschen behandelt als wären sie ungewollte Güter. (...) Das herzzerreißende Portrait eines jungen Mannes, der kein Land hatte, das er Heimat hätte nennen können."
Radheyan Simonpillai, Now, Toronto (anlässlich des Filmfestivals Hot Docs in Toronto)

"Akribisch zeichnen die Regisseure Rau und Wendler die bürokratische Gleichgültigkeit und die stoische Anwendung von Gesetzen nach, die mit Gerechtigkeit oder auch nur einem Blick auf die Konsequenzen für den Einzelnen nichts zu tun haben. Wadim und seine Familie sind ein paar wenige unter Zigtausenden, die in der Asylpolitik der westlichen Welt die Wahl zwischen Pest und Cholera haben."
Igor Rosic, Canadian Newcomer, Toronto (anlässlich des Filmfestivals Hot Docs in Toronto)




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12.8.1986 - 20.1.2010